Joseph Weizenbaum im Gespräch
Joseph Weizenbaum zu Gast im Literaturhaus Köln
Montag, den 10. Januar 2005, 19 Uhr
Der emeritierte Professor für Computer Science des MIT (Massachusetts Institute of Technology) baute Computer und programmierte Betriebssysteme, u. a. entwickelte er bei General Electric von 1955 bis 1963 ERMA, das erste Computer-Banksystem, bevor er 1966 mit ELIZA weitreichende Berühmtheit erlangte. ELIZA, ein Sprachprogramm, bei dem der Computer die Rolle eines Psychoanalytikers übernimmt, löst ein Mißverständnis aus, daß Weizenbaum vom Computerwissenschaftler zum Computerkritiker werden läßt. Vor genau 33 Jahren, im Januar 1972 erscheint in der Wochenzeitung Die Zeit sein Aufsatz „Albtraum Computer“: „Der meiste Schaden, den der Computer potentiell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.“
Péter Frucht (Absolvent der KHM, Künstler und Programmierer), David Link (Philosoph, Programmierer, Künstler) und Siegfried Zielinski (Prof. für Archäologie/ Variantologie an der KHM, Leiter des _Vilém_Flusser_Archivs) werden Joseph Weizenbaum ihre Fragen zum „Wahnsinn Computer“ stellen, bevor die Diskussion für alle geöffnet wird. Es moderiert Prof. Hans Ulrich Reck.
Das 20. Jahrhundert in kleinen Szenen aus großen Filmen. Geschichte anhand von Filmsequenzen erzählt von Computerpionier Joseph Weizenbaum
Mittwoch, den 12. Januar 2005, 20 Uhr
Im Mediapark 6 Literaturhaus Köln
Joseph Weizenbaum ist einer der Pioniere und schärfsten Kritiker des gesellschaftlichen Umgangs mit der Computertechnologie. Nach seiner Überzeugung ist es eine wichtige Aufgabe jedes Informatikers, über die Beschränkungen seines Werkzeugs ebenso zu sprechen wie über seine Möglichkeiten. Weizenbaums Vorträge sind oft erzählend. „Er hat die Kunst des Geschichtenerzählens in die Wissenschaft zurückgeholt.\" (Gunna Wendt) Für das Literaturhaus realisiert Weizenbaum einen langgehegten Wunsch: Anhand scheinbar nebensächlicher Sequenzen aus Filmen wie \"Die Brücke am River Kwai\", \"Key Largo\", \"M - Eine Stadt sucht einen Mörder\", \"Dark Victory\", \"The Last Hurrah\" sowie eines Bildes von George Grosz erzählt er seine Geschichte des 20. Jahrhunderts – ein Plädoyer für Zivilcourage und Verantwortungsbewußtsein.
Eintritt: 7,-/5,-/4,- €*
Veranstaltungspartner: Kunsthochschule für Medien Köln, supposé, Chaos Computer Club Cologne
Bibliographisches:
„Eliza – A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine“, Communications of the AMC, Vol.9/nr. 1, January 1966.
Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft [Computer Power and Human Reason, 1976], Frankfurt am Main, 1987.
Kurs auf den Eisberg. Die Verantwortung des Einzelnen und die Diktatur der Technik, München 1991.
Gunna Wendt (Hg.), Wer erfindet die Computermythen? Der Fortschritt in den großen Irrtum, Freiburg, 1994.
Gunna Wendt (Hg.), Computermacht und Gesellschaft. Freie Reden, Frankfurt/ M., 2001.
Der Krieg ist der Feind. Die Verantwortung des Wissenschaftlers, Köln: supposé, 2003.
Biographisches:
Joseph Weizenbaum, emeritierter Professor für Computer Science am MIT und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Informatik, wird im Januar 1923 in Berlin geboren. 1936 emigriert die jüdische Familie nach Amerika. Die ersten „Jakobsenschen Rechner“, die er nach seinem Mathematikstudium mitbaut, lösen nicht nur Differentialgleichungen, sondern heizen auch die Universitätsbibliothek. Ab 1963 arbeitet er am MIT, erst als Associate Professor, ab 1970 als Professor für Computer Science. 1988 wird er von der Universität Freiburg eingeladen und übersiedelt nach Deutschland.
2008 verstarb Joseph Weizenbaum in Berlin.
Der emeritierte Professor für Computer Science des MIT (Massachusetts Institute of Technology) baute Computer und programmierte Betriebssysteme, u. a. entwickelte er bei General Electric von 1955 bis 1963 ERMA, das erste Computer-Banksystem, bevor er 1966 mit ELIZA weitreichende Berühmtheit erlangte. ELIZA, ein Sprachprogramm, bei dem der Computer die Rolle eines Psychoanalytikers übernimmt, löst ein Mißverständnis aus, daß Weizenbaum vom Computerwissenschaftler zum Computerkritiker werden läßt. Vor genau 33 Jahren, im Januar 1972 erscheint in der Wochenzeitung Die Zeit sein Aufsatz „Albtraum Computer“: „Der meiste Schaden, den der Computer potentiell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.“
Péter Frucht (Absolvent der KHM, Künstler und Programmierer), David Link (Philosoph, Programmierer, Künstler) und Siegfried Zielinski (Prof. für Archäologie/ Variantologie an der KHM, Leiter des _Vilém_Flusser_Archivs) werden Joseph Weizenbaum ihre Fragen zum „Wahnsinn Computer“ stellen, bevor die Diskussion für alle geöffnet wird. Es moderiert Prof. Hans Ulrich Reck.
Das 20. Jahrhundert in kleinen Szenen aus großen Filmen. Geschichte anhand von Filmsequenzen erzählt von Computerpionier Joseph Weizenbaum
Mittwoch, den 12. Januar 2005, 20 Uhr
Im Mediapark 6 Literaturhaus Köln
Joseph Weizenbaum ist einer der Pioniere und schärfsten Kritiker des gesellschaftlichen Umgangs mit der Computertechnologie. Nach seiner Überzeugung ist es eine wichtige Aufgabe jedes Informatikers, über die Beschränkungen seines Werkzeugs ebenso zu sprechen wie über seine Möglichkeiten. Weizenbaums Vorträge sind oft erzählend. „Er hat die Kunst des Geschichtenerzählens in die Wissenschaft zurückgeholt.\" (Gunna Wendt) Für das Literaturhaus realisiert Weizenbaum einen langgehegten Wunsch: Anhand scheinbar nebensächlicher Sequenzen aus Filmen wie \"Die Brücke am River Kwai\", \"Key Largo\", \"M - Eine Stadt sucht einen Mörder\", \"Dark Victory\", \"The Last Hurrah\" sowie eines Bildes von George Grosz erzählt er seine Geschichte des 20. Jahrhunderts – ein Plädoyer für Zivilcourage und Verantwortungsbewußtsein.
Eintritt: 7,-/5,-/4,- €*
Veranstaltungspartner: Kunsthochschule für Medien Köln, supposé, Chaos Computer Club Cologne
Bibliographisches:
„Eliza – A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine“, Communications of the AMC, Vol.9/nr. 1, January 1966.
Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft [Computer Power and Human Reason, 1976], Frankfurt am Main, 1987.
Kurs auf den Eisberg. Die Verantwortung des Einzelnen und die Diktatur der Technik, München 1991.
Gunna Wendt (Hg.), Wer erfindet die Computermythen? Der Fortschritt in den großen Irrtum, Freiburg, 1994.
Gunna Wendt (Hg.), Computermacht und Gesellschaft. Freie Reden, Frankfurt/ M., 2001.
Der Krieg ist der Feind. Die Verantwortung des Wissenschaftlers, Köln: supposé, 2003.
Biographisches:
Joseph Weizenbaum, emeritierter Professor für Computer Science am MIT und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Informatik, wird im Januar 1923 in Berlin geboren. 1936 emigriert die jüdische Familie nach Amerika. Die ersten „Jakobsenschen Rechner“, die er nach seinem Mathematikstudium mitbaut, lösen nicht nur Differentialgleichungen, sondern heizen auch die Universitätsbibliothek. Ab 1963 arbeitet er am MIT, erst als Associate Professor, ab 1970 als Professor für Computer Science. 1988 wird er von der Universität Freiburg eingeladen und übersiedelt nach Deutschland.
2008 verstarb Joseph Weizenbaum in Berlin.

