Reflections on Flusser
In seiner eigenen Forschungsarbeit beschäftigt mit der Beziehung zwischen Bild und Konzept trifft Miklós Peternák 1998 auf Vilém Flusser. Seine erste Frage an ihn: „Kann man >Bild< definieren“ und Flussers Antwort: „Aber natürlich kann ich >Bild< definieren: Bilder sind bedeutende Oberflächen“ sind der Beginn zahlreicher auf Video dokumentierter Interviews und Gespräche. Miklós Peternák stellt in seinem Vortrag zur Diskussion, ob das fotografische Konzept der Freiheit durch den technischen Fortschritt (Photoshop, Freehand, etc.) bereits überholt ist, oder ob es mit einem Blick hinter den Bildschirm die einzigartige Möglichkeit bietet, eine Beschreibung der Geschichte des Bildes als noch unentdeckten Blick auf die Geschichte des menschlichen Denkens zeigen zu können. Peternák wird Flussers Definition des Bildes und seine signifikante Unterscheidung von 'traditionell' und 'technisch' weitertreiben ins Zeitalter digitaler Kommunikation „nach dem Universum der technischen Bilder“. Mit dem 'Prozessieren' und 'Generieren' von Bildern stellt sich für ihn die Frage nach der Definition von >Bild< aufs Neue.
Miklós Peternák geboren 1956 in Esztergom, Ungarn, lebt in Budapest. Er war Mitglied des Béla-Balázs-Studios, Budapest, arbeitete von 1981-83 in der Ungarischen Nationalgalerie und von 1983-87 am Forschungsinstitut für Kunstgeschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1991 leitet er die Intermedia-Fakultät an der Akademie der Schönen Künste, Budapest. 1996 Mitbegründung und seit 1997 Direktor des Center for Culture and Communication (C3) - Soros Foundation, Ungarn. Zahlreiche Film- und Videoproduktionen sowie Artikel und Buchveröffent-lichungen, zuletzt eine große Monographie über Gábor Bódy. Kurator bahnbrechender Ausstellungen wie „The Butterfly-Effect“, 1995, und „Perspective“, 1999. Stattgefunden am 21. Dezember 1999.

