„Tiefe Oberflächen, Virtualität, Visualisierung, Bildlichkeit“

7th International Flusser Lecture
Manfred Faßler

Mit den binären Strategien der Sichtbarkeit und der multisensorischen Interfaces setzt eine Revolution der Oberflächen ein. Bilder werden un-wesentlich, Realitäten werden un-dinglich. Kulturen des Künstlichen verändern die Zusammensetzung menschlicher Kommunikationsumgebungen; der Kult des Künstlichen löst den der Abstraktion ab. Es ist unfassbar, was sichtbar ist. Dennoch: mit den tiefgestaffelten Oberflächen beginnt eine neue Karriere des Bildlichen als Dimension des Wissens und der Aktion. Die Dramaturgien der interaktiven künstlichen Anwesenheiten ordnen die Muster der Selbstbeobachtung und Selbstorganisation menschlicher Wahrnehmung um.

Manfred Faßler: Studium in Bonn und Berlin: Soziologie, Volkswirtschaft, Philosophie; Dipl.soz. Juni 1976, Promotion 1979; Lehre und Forschung an der FU Berlin zwischen 1979-1987; von 1987 – Sept. 2000 Studienleiter und Direktor des Evangelischen Studienwerkes e.V., Villigst. Seit 2000 Professor an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main.